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The Wounded Healer-Gedanken über einen Aspekt des Schamanismus

Why is shamanism so appealing to spiritual seekers when shamans are primarily known  for their work  for protection and good of their community and the Earth?
Perhaps because of this work, but also because a shaman must first labor an her/his own self before she/he can truly help others.
Shamans are often called the Wounded Healers […].
The shaman recognizes that she/he has levels of her/his life that need to be brought into balance before the shamanic journeys can be effective for anyone else.[…]
Shamanism begins as a personal revelation and inner healing, then evolves into a striving to bring balance and healing into the immediate surroundings and to the Earth herself.
– D.J. Conway: By Oak, Ash & Thorn; 

First Edition, Tenth  printing, 2004; Llewellyn Publications

Durch den Weg, den ich durch meine Erkrankung gegangen bin, ist mir erst klar geworden, wie wahr diese Worte sind.
Es gibt im Deutschen ja auch das Sprichwort:

Du kannst nur dann wirklich jemanden helfen, wenn Du weiss, wie Du Dir selbst helfen kannst.

Tatsächliche Hilfe anbieten kann man in vielen Dingen erst dann, wenn man selbst durch entsprechendes gegangen ist, d.h. auch in seiner eigenen Vergangenheit aufgeräumt und sich den Dingen gestellt hat, die einen im Hier und Jetzt, im Leben behindern.
Klassische „Schattenarbeit“ im Prinzip, die nicht grade angenehm und „toll“ ist.

Dank des Weges, den ich ging, habe ich eine ganze Menge an Schattenarbeit bereits geleistet.-Was nicht bedeutet, dass ich damit bereits fertig wäre *g*. Vermutlich wird man mit dieser Arbeit nie fertig ^^.
Und ich bin mir auf Grund der Erfolge, die ich dadurch erzielt habe (letztendlich habe ich dadurch erst wieder meine Gesundheit erlangt) auch der Notwendigkeit von Schattenarbeit bewusst.
Aber sich die Wunden der Vergangenheit anzusehen, sich mit ihnen auseinander zu setzten, ja sie vielleicht auch wieder öffnen zu müssen, damit der „Eiter“ und sonstige „Schmodder“ endlich abfließen und die Wunde endlich heilen kann, ist natürlich auch mit viel Schmerz, Angst, Wut, ja auch Angst und Verzweiflung verbunden.

Die Frage ist daher dann auch immer für jeden, der sich auf eine spirituelle Reise begibt:
Bin ich überhaupt bereit dazu?
WILL ich überhaupt selbst Heilung erfahren?
Oder gibt es etwas, was sich in mir dagegen sträubt?-Und wenn ja, warum?

Letztendlich dürfen wir, wenn wir ehrlich sind, nicht vergessen, dass Krankheit (oder ähnliches), ja in mancherlei Hinsicht auch seine Vorzüge hat ;).
In der Psychologie spricht man dann von „Krankheitsgewinn“.


„Krankheitsgewinn?-Ich doch nicht!“
Wird vermutlich so mancher sagen.
Doch sein wir mal ehrlich:
Wer genießt es nicht, wenn er krank ist, und ihm dann besondere Zuwendung entgegen kommt?
Wer genießt nicht, wenn auf ihn besondere Rücksicht genommen wird (und reagiert dann ggf. ziemlich pikiert, wernn diese Rücksicht NICHT entgegen gebracht wird!).
Wer hat nicht, in welcher Weise auch immer, gewisse „Vorteile“ von einer Erkrankung, auch wenn man sie im ersten Augenblick nicht sieht, nicht sehen oder sich gar eingestehen will, das er die Vorteile „zu schätzen“ weiss?
Ich bin ehrlich genug zuzugeben, dass ich das selbst gut genug kenne.
Besonders in der Zeit, in der es mir besonders dreckig ging habe ich die „Vorzüge“ der Erkrankung gleichzeitig „genutzt“.
Dazu, meine Ruhe zu haben, mich von (unliebsamen) Aufgaben/Auseinandersetzungen und/oder dergleichen zu entschuldigen (ehm…jaaa… wenn brutal ehrlich bin, vermutlich auch, mich zu drücken…) oder dergleichen mehr.
Das es mir schlecht ging, war auch immer dann „praktisch“, wenn ich allgemein für irgendetwas eine Entschuldigung benötigte, denn wenn es mir tatsächlich schlecht ging, wie hätte ich dann (was auch immer) tun sollen?

Ich beobachte das nicht nur an mir, und ich denke, jeder, der ehrlich genug zu sich selbst ist, der wird sehen, das er (wenn vielleicht auch unbewusst) solche „Vorteile“ durchaus erkennen kann.
Aber nicht nur in Bezug auf „Entschuldigungen“ oder gar Vermeidung können, kann Krankheit „praktisch“ sein, sondern auch (eigentlich in der Mehrzahl, würde ich fast behauptem) in Bezug auf Aufmerksamkeit.

Wie gesagt: Wer kennt es nicht, das einem besondere Zuwendung, Aufmerksamkeit, Rücksicht, ja sogar in manchen Fällen besondere Achtung entgegen gebracht wird.
Wer genießt das nicht?

Und um dem Bogen wieder zum „Wounded Healer“ und dem „Heil-werden-wollen“ zu schlagen:
Es gibt viele, viele Menschen die (unbewusst) eben von dieser besonderen Zuwendung, Aufmerksamkeit etc. „abhängig“ sind, dass sie gar nicht gesund werde „wollen“ (wieder in der Regel unterbewusst).
Dann sieht die „Gleichung“ eher in die Richtung aus:
Gesundheit => Verlust der Aufmerksamkeit etc. von anderen => vermeintlicher Verlust oder „Abwenden“ der anderen = vermeintliche „Einsamkeit“
Und wer will schon „Einsam“ sein?

Im Prinzip spielt da eine Art der Beziehungssucht mit rein, betrachtet man es etwas genauer
(leider kann man sagen, dass durch diese besonders „kranke“ Art der Erziehung über die Generationen hinweg und auch die ungesunden (christlichen) Moral und Wertevorstellungen eigentlich tatsächlich viele Menschen an einer Beziehungssucht leiden. Sehr interessant hat darüber übrigens die Psychologin Alice Miller geschrieben).

Ich denke, dass daher eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Fragen:

  • WILL/Kann ich mich überhaupt mit mir, mit meiner Vergangenheit, meinem Schatten… All meinen Wunden, die bisher noch nicht heilen konnten (und die man vielleicht sogar schon besonders tief und gut vergraben hatte) auseinander setzen?
  • Will ich überhaupt, dass diese Wunden Heilung erfahren?
  • Will/Kann ich überhaupt heil werden? Oder erleide ich damit derartig große Nachteile, dass ich großen Schaden erleide (ja auch das kann es geben!), es mich an den Rand des Wahnsinns oder gar in den Tod treibt (im wahrsten Sinne des Wortes) ?

wirklich auch notwendig sind, will man ernsthaft einen spirituellen Weg in all seiner Konsequenz tatsächlich gehen. Egal ob es sich dabei um einen schamanischen Pfad handelt oder einen anderen.

Die Beantwortung dieser Fragen- und vor allen Dingen dabei auch wirklich ehrlich sich selbst gegenüber zu sein!- erfordert eine ganze Menge Mut.
Genauso wie sich seinen Schatten zu stellen und sich mit ihnen auseinander zu setzten.
Aber wenn man aufhört, sich selbst etwas vor zu machen, sich selbst zu belügen, dann beginnt erst die wunderbarste, aufregendste Entdeckungsreise, die den wertvollsten Schatz bereit hält als alle Edelmetalle und Edelsteine der Welt aufwiegen könnten:
Die Erkenntnis und das Leben des Selbstes in Einklang mit der eigenen Bestimmung, der Schöpfung, den Göttern, Geister und allen Wesenheiten, die uns umgeben, egal welcher Natur.
Die Erkenntnis und das Leben im Einklang mit dem „Wahren Willen“, wie es Thelemiten vermutlich ausdrücken würden.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass sich diese Reise auf jedenfall lohnt.

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