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Gelebter Glauben-Lebendige Religion (Teil 2)

Zugegeben, grad der obige letzte Absatz ist vielleicht recht provokant. :hi:

Doch warum auch nicht.

Damals und heute

Ich finde es faszinierend, dass es innerhalb des Heidentums Menschen gibt, die einerseits sagen, dass ihr Glauben und ihre Relgion ein wiederaufleben dessen ist, was vor dem „Sieg der monotheistischen Religionen“ verbreitet gewesen ist.

Betrachte ich dann aber, wie sie ihre Religion leben, stellt sich mir die Frage, wie ernst sie das nehmen.
Dabei spreche ich noch nicht einmal davon, das es heute schwierig ist, bestimmte Arten des Opfers zu vollziehen, sondern dabei denke ich an den „privaten Kult“.

Es ist bekannt, das z. B. in Rom und/oder Ägypten der Alltag so von der Religiösität der Menschen durchflutet war, dass nicht nur der „Tempel“ ein religiöses Zentrum war, zu dem die Menschen kamen, sondern dass auch in den Haushalten täglich im kleinen Rahmen religiöse Handlungen ausgeführt wurden.

Ich denke, auch in anderen Kulturkreisen, oder zu anderen Kulturepochen wird es nicht viel anders gewesen sein.
Die Menschen glaubten nicht „nur“, sondern Ihr leben war auch von der Religion durch drungen.

Wenn ich dann so manchen Heid ansehe, der der Meinung ist, er ist ein Priester der Alten Götter, der die Alte Relgion wieder aufleben lässt, aber dessen Alltag soviel Religiösität aufweist, wie ein Zettel Papier, dann Frage ich mich doch ein wenig, wie weit das tatsächlich her ist.

Aber auch da begegnet dann der Spruch:
„Naja, die Menschen brauchten das damals eben. Aber ich brauche das nicht, weil ich immer mit meinen Göttern in Verbindung stehe. Und wenn sie etwas wollen, dann melden Sie sich schon. Oder wenn ich etwas habe, dann kann ich mit Ihnen ja auch jeder Zeit an jedem Ort in Verbindung treten.“

Wem dienen religiöse Handlungen und Rituale ? Was sind sind sie?

Viele, auch ich, sind der Meinung, dass Rituale in erster Linie den Menschen dienen.

Götter oder andere Wesenheiten, sind von diesen nicht abhängig.

Sie dienen einerseits dazu, sich vom Alltäglichen und Profanen abzugrenzen, und sich ganz bewusst mit dem Göttlichen im Alltag zu verbinden, es in den Alltag hinein zu rufen und sich bewusst zu machen, dass ein Tag tatsächlich nicht nur ein Tag ist, sondern tatsächlich „heilig“ und „gesegnet“ ist, weil das Göttliche in allem präsent ist.
Andererseits sind bewusste religiöse Handlungen im Alltag aber auch eine bewusste Ehrbezeugung an die Heiligkeit des Lebens, des eigenen Seins und jedes (Lebe)Wesens.

„Dazu brauch ich aber kein Ritual, das ist mir auch so bewusst.“
Natürlich, das ist z. B. auch einem Hindu zu jeder Zeit bewusst, oder einem Buddhisten oder einem Christen oder…

Gibt es dann vielleicht etwas anderes, was den Unterschied ausmacht?
Ich denke schon.

Der kleine aber feine Unterschied

Was mir bei der Argumentation mancher Heiden auffällt ist, dass sie sich daran festbeissen, dass für sie das Leben mit dem Göttlichen durchflutet ist und sie in diesem Bewusstsein auch täglich leben, wofür sie keine religiösen/kultischen Handlungen bräuchten.
Es sei klar, dass alles Leben heilig ist und wenn sie Hilfe benötigten, dann sind die Wesenheiten immer da, um sie zu unterstützen.
Und dann und wann würde man natürlich auch mal mit einer kleinen oder größeren Gabe Danke sagen.
Aber alles andere sei für Anfänger, die erst noch lernen müssen, dass alles miteinander in Verbindung steht.

Das es da noch einen zweiten Aspekt gibt, nämlich den der bewussten Ehrbezeugung der Heiligkeit allen Seins, scheint fast gänzlich unter den Tisch zu fallen und nicht wirklich eine Bedeutung zu haben.

Wenn ich tatsächlich in meinem das Göttliche und Heilige in meinem Alltag und in meinem Leben erfahre und erlebe, warum dann nicht auch bewusst diese Heiligkeit ehren?

Wenn ich einen Menschen liebe, mit ihm zusammen bin oder mit diesem verheiratet bin, dann bin ich mir dessen Verbundenheit und Liebe auch immer bewusst.
Aber warum sollte ich deswegen aufhören ihm oder ihr zu sagen und/oder zu zeigen, dass ich sie liebe?
Sage ich es nicht grade, WEIL dieser Mensch mir so wichtig ist und ich das tatsächlich in meiner Tiefe fühle?

Wenn ich also unsagbar tief berührende Erlebnisse und Erfahrungen machen darf (auf die eine oder andere Weise) oder durfte, wenn ich mir tatsächlich all der Heiligkeit und (göttlichen) Erfüllheit in meinem Leben, in mir selbst und in anderen bewusst bin, kann ich dann nicht auch voller Bewusstheit im Alltag mir die Zeit nehmen und diesem „Ehre erweisen“ oder „meine Verbundenheit bezeugen“?

Ist es nicht auch ein wenig so, wie ein Mensch, der weiss, das er nach dem Erreichen seiner Meisterschaft wieder an seinen Anfang zurückkehrt?

Ja, vielleicht hat es tatsächlich etwas mit „spiritueller Entwicklung“ zu tun, ob ein Mensch religiöse Handlungen im Alltag benötigt oder ob sie für ihn ein Ausdruck sind.-Seine Liebesbezeugung

Und ich?

Jep, ich gehöre zu den „Worshippers“ *lach*
Jedenfalls ein wenig.
Ich nehme mir in der Regel immer jeden Tag ein wenig Zeit, auf meinem Altar Kerzen zu entzünden und mir der wundervollen Geschenke meines Lebens, meines Seins, meiner Erfahrungen und meiner Verbindung mit allem bewusst zu machen und die „Heiligkeit“ auch ganz bewusst in mein Leben zu lassen.

Auch ich weiss, das ich jeder Zeit zur Göttin und zum Gott kommen kann und Sie immer für mich da sind.
Natürlich wende ich mich auch so im Alltag an Sie, wenn etwas „Wichtiges“ ist bzw. ich Hilfe brauch.

Aber diese Zeit ist dennoch für mich etwas „besonderes“, in der ich nicht einfach „nur“ etwas möchte oder irgendetwas benötige oder brauche oder sonst was.
Sondern es ist eine Zeit, in der ich das Sein und das Göttliche in meinem Leben ehre und meine Verbundenheit damit ausdrücke.
Eben, wie gesagt, meine „Liebesbezeugung“, so wie ich täglich meinem Stern sage, dass ich ihn liebe.

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2 Kommentare

  1. Geisterwesen sagt:

    Danke für den Beitrag……..Bei mir geht mein Glaube auch manchmal ein wenig im Alltag unter, deshalb denke ich wenigstens vor dem Schlafen noch einmal an sie.Aber ich sollte mir auch da ein wenig mehr Zeit nehmen ihnen zu Danken…..

  2. Elsbeth sagt:

    Ich bin voll und ganz deiner Meinung

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