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Sommersonnenwende-ChatScript 19. 06. 2007

Dieser Festtag am 21. Juni ist auch unter den Namen Mittsommer, Midsummer, Litha, St. Johannis, St. John, Alban Heruin, Alban Heffyn und Meán Samhraidh bekannt.


Astronomisches

Allgemeines

Die Sommersonnenwende bezeichnet den längsten Tag und die kürzeste Nacht im Jahreskreis. Die Sonnenwenden (lat. solstitium = Stillstand der Sonne) stellen den Zeitpunkt im Laufe des Sonnenjahres dar, an dem die Sonne ihren höchsten nördlichen bzw. südlichen Abstand zum Himmelsäquator (Deklination) eingenommen hat. Sie dreht dann ihre Deklinationsbewegung wieder um und nähert sich dann dem Himmelsäquator wieder an. Sie erreicht also zu dieser Zeit ihren höchsten, bzw. niedrigsten Stand am Himmel.

Die Sommersonnenwende auf der Nordhalbkugel der Erde entspricht der Wintersonnenwende der Südhalbkugel, die Wintersonnenwende auf der Nord- der Sommersonnenwende auf der Südhalbkugel.

Die genaue astronomische Definition lautet:
„Die Sonnenwenden sind die Zeitpunkte, in denen die scheinbare, von einem hypothetischen Beobachter im Erdmittelpunkt aus gesehene, ekliptikale Länge der Sonne 90° oder 270° beträgt.“

„Scheinbar“ bedeutet in diesem Fall: unter der Berücksichtung der Ortsveränderung der Sonne, hervorgerufen durch die Bewegung der Erde und der Lichtgeschwindigkeit (Aberration) und der Schwankung der Erdachse gegen den Himmelspol (Nutation).

Somit ist die Definition unabhängig von dem Standpunkt eines realen Beobachters, die Sonnenwenden treten daher weltweit zum selben Zeitpunkt ein. Die Uhrzeit der Sonnenwenden ist allerdings, bedingt durch die unterschiedlichen Zeitzonen der Erde unterschiedlich. Die Sonnenwenden markieren den Beginn des astronomischen Sommers bzw. Winters.
Am Tag der Sommersonnenwende steht die Sonne auf der Nordhalbkugel daher am 21. Juni über dem nördlichen Wendekreis.

An diesem Tag erreicht die Sonne ihren höchsten Stand, so dass zu diesem Zeitpunkt der längste Tag und die kürzeste Nacht herrscht, da der größere Teil der täglichen Sonnenbahn oberhalb des Horizonts liegt. Nahe des Polarkreises gibt es zum Tag der Sommersonnenwende einen Tag ohne Sonnenuntergang. Diese wird „Weiße Nacht“ genannt.
Je weiter man sich dem Pol nähert, desto mehr verlängern sich diese Polartage, die dann wochen- bis monatelang anhalten, da sich die Sonnenbahn vollständig oberhalb des Horizontes befindet.

Datum
Das Sonnenjahr ist ca. 6 Stunden länger als das kalendarische Gesamtjahr, das genau 365 Tage hat. Daher verschiebt sich der Zeitpunkt der Sonnenwenden innerhalb eines Jahres in denen, die keine Schaltjahre sind um ca. 6 Stunden zu späteren Uhrzeiten. Zum Ausgleich springt dann der Zeitpunkt innerhalb eines Schaltjahres um etwa 18 Stunden zurück.
Gegenwärtig fällt der Zeitpunkt der Sommersonnenwende in der Mitteleuropäischen Zeitzone stets auf den 21. Juni.

Innerhalb des 20. Jahrhunderts konnte sie aber auch erst am 22. Juni eintreten Im 21. Jahrhundert wird sie manchmal sogar auf den 20. Juni fallen, was daran liegt, dass die Schalttagregel (365,2425 Tage) die tatsächliche Länge des Jahres (365, 2422 Tage) nur annäherungsweise darstellen kann. Hätte die Gregorianische Kalenderreform nicht stattgefunden, so würde sich das Datum pro Jahrtausend um ca. 7-8 Tage verschieben.

Sommerpunkt
Vom Sommerpunkt spricht man, wenn die Sonne im Vergleich zu den Hintergrundsternen im Moment der Sommersonnenwende genau 270° vom Frühlingspunkt entfernt ist. Der Sommerpunkt (wie auch der Winterpunkt) durchwandert durch die Präzession (durch die Kreiselbewegung der Erdachse verursachte Rücklaufbewegung) des Schnittpunktes (Frühlingspunktes) zwischen Himmelsäquator u. Ekliptik) der Erdachse im Laufe von 25.780 Jahren den gesamten Tierkreis. Den Zeitraum von 25.780 Jahren nennt man auch das „Platonische Jahr“. In der Antike lag der Sommerpunkt im Sternbild Krebs (daher auch „Wendekreis des Krebses“), während heute der Sommerpunkt das Sternbild Stier durchwandert, den er erst im Jahre 4610 verlassen wird. Daher ist es auch etwas „altertümlich“, wenn in manchen Büchern geschrieben wird, dass die SSW dann beginnt, wenn die Sonne in das Zeichen Krebs eintritt. In einem Winkel vom 90° zum Sommerpunkt liegen jeweils der Frühlings- und der Herbstpunkt, in denen die Sonne bei den Äquinoktien steht.


Geschichtliches und Kulturelles

In vielen Ländern (z. B. Mitteleuropa und den USA) ist heute die Sommersonnenwende zugleich der Beginn der Sommerzeit.
In anderen Ländern, wie z. B. Großbritannien oder Irland, beginnt die Jahreszeit Sommer bereits am 01. Mai und endet am 31. Juli, so dass die Sommersonnenwende etwa in der Mitte des Sommers liegt (daher auch der Name Mittsommer).

Allerdings wird auch in Ländern, in denen die Sommersonnenwende auf den 20./21 Juni fällt, dieser Tag Mittsommer genannt. Aufgrund der zum Teil heute noch lebendigen Bräuche kann man annehmen, dass vieles von diesem Brauchtum von unsere Vorfahren stammt.

Doch in wieweit welche Bräuche wirklich „heidnischen“ Ursprungs ist und aus welcher Region dieser Brauch stammt und wie sie wirklich gefeiert wurden, wird sich heute schwerlich nachvollziehen lassen.

Monumente wie Stonehenge oder die Tempel von Teotehuácan zeugen davon, dass die Menschen schon vor tausenden Jahren der Sommersonnenwende Bedeutung zumaßen und zum Teil ihre Gebäude so ausrichteten, dass die Sonne zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende einem bestimmten Punkt aufging.

Über die Feiern der Wintersonnenwende scheint jedoch heute mehr bekannt zu sein, als über die Sommersonnenwende, was nicht zuletzt wohl auch mit seiner heutigen Bedeutung als „Weihnachten“ zusammenhängen kann und die Bedeutung der Sommersonnenwende in dessen Schatten gerückt ist.


Die Sommersonnenwende heute

Viele der heute zelebrierten Sommersonnenwenden zentrieren sich auf den 24. Juni, der als Johannis, besonders in den katholischen Ländern gefeiert wird. Interessanter Weise wird, im Gegensatz zu allen anderen Heiligen, an diesem Tag der Geburtstag Johannes des Täufers gefeiert und nicht der Tag seines Martyriums. An diesem Tag sind Mittagsstunde und Mitternacht von gleicher Weihe und Heiligkeit.

Vermutlich hängt es damit zusammen, dass Johannes als „Vorläufer“ Christi gesehen wird und somit ein „Gegenpol“ zur Geburt Christi an der Wintersonnenwende gesehen werden könnte. Die Sonnenwendfeiern im Juni und Dezember scheinen auf eine festliche Begehung eines ursprünglich zweigeteilten Jahres schließen zu lassen. So traten zur Zeit der Christianisierung die Feiern zu St. Johannis und Weihnachten an die Stelle der heidnischen Feste.

Die zu diesen Zeitpunkten üblichen Bräuche blieben jedoch erhalten, wie zum Beispiel das Abbrennen des Sonnenwendfeuers, das Räderrollen von den Bergen in die Täler, das Scheibenwerfen und die Begehung der Feiern auf Berghöhen, um nur einige zu nennen.

Dazu gehören, neben dem Abbrennen von Holzstößen, auch das Überspringen des Feuers, das ebenfalls mit allerlei verbreiteten Glauben verbunden ist. Des weiteren sei noch das Umtanzen eines Baumes bei der Sommersonnenwende erwähnt, wie es zum Beispiel Brauch im Harz war/ist, wobei junge Mädchen einen festlich mit Eiern und bunten Bändern geschmückten Tannenbaum mit den Worten umtanzen: „Die Jungfer hat sich umgedreht“.

In manchen Gegenden Deutschlands sind alle Tätigkeiten, die sich mit „Wenden“ zusammenhängen, verpönt.

Für Schatzsucher und Johanniskrautgräber soll besonders die Mittagsstunde von Johannis günstig sein, ebenso für Leute, die Wünschelruten suchen.

Nach einem weit verbreiteten Glauben sollen die Tage der Sonnenwenden so heilig sein, dass sogar die Sonne zu diesem Zeitpunkt stillsteht. Die meisten Gebräuche der Sommersonnenwende verteilen sich teilweise auf die verschiednen christlichen Feiertage im Zeitraum Juni-August. Vornehmlich seien hier St. Veit (15. Juni), Johannis der Täufer (24. Juni – in mittelalterlichen Urkunden auch Johannes Mittsommer genannt), Peter und Paul (29. Juni), aber auch Ulrich (4. Juli) und Jakobus (25. Juli) genannt.

Das Johannis/Sonnwendfeuer und seine Gebräuche
Das in vielen Gegenden heute noch übliche Johannisfeuer wird der Tradition nach am Vorabend des Johannistages in ganz Europa entzündet. In den meisten Gegenden Niederdeutschlands ist dieser Brauch jedoch teilweise gänzlich verschwunden, aber früher wurden diese Feuer auch in den Städten, vor dem Rathaus oder auf dem Markt angezündet um die Luft zu reinigen und böse Geister zu verscheuchen, wozu sie oftmals auch auf Wegkreuzungen abgebrannt wurden.

In Lägerdorf (Holstein) war es Brauch, in der Johannisnacht auf einem freien Feld ein großes Feuer zu entzünden, anschließend einen Braukessel mit Bier drüber zu hängen und das warme Bier zu trinken. Ab und an ging dann eine Frau von Feuer weg und rief: „Kummt häer, jü ole Hexen, ´rint Füer!“. Dies wurde dann „Verbrennen der Hexen“ genannt.

Auf der anderen Seite soll das Johannisfeuer der Sonne auf ihrem Höhepunkt Beistand leisten. Zu diesem Zweck wurde vermutlich auch das „Scheibenschlagen“ begangen. Neben den Feuern waren und sind Läufe mit brennenden Fackeln oder Besen um und durch Felder üblich. Auch das Herabrollen von brennenden Rädern von Berghängen hat hier seinen Ursprung.

In Hessen-Nassau wurde dem „Hagelrad“, das zur Sommersonnenwende einen Berg heruntergerollt wurde, nachgesagt, Ernte und Menschen vor Hagel zu schützen. Gelangte in Conz ein brennendes Rad bis in die Mosel, so verhieß es eine gesegnete Weinernte während in Wales ein brennendes Rad, dass erlosch bevor es den Fuß des Berges erreichte, von einem dürftigen Ertrag zeugte.

Dem Johannisfeuer wird die Kraft zugesprochen, eine gute Ernte zu schaffen und unerwünschtem Regen ein Ende machen zu können. Würden die Johannisfeuer unterbleiben, so würden die Felder den größten Gefahren ausgesetzt und die Ernten gefährdet werden.

In Wales werden für das Johannisfeuer 3 oder 9 unterschiedliche Holzsorten benötigt, so wie angesengte Reisigbündel vom letzten Mitsommerfeuer.

In Böhmen hingegen werden 7 Reisigbündel verwendet.

In der Regel ist das Abbrennen von Johannisfeuern eine Gemeinschaftssache und in seltensten Fällen macht ein Bauer außer dem noch eines für sich allein, um sein Vieh hindurch zu treiben.

In Frankreich wird das Anzünden des Johannisfeuers besonders festlich begangen. Dort wird das Anzünden oft von einem Priester, oder den Ältesten und Ehrwürdigsten oder einem jungen Mann oder eine junge Frau vollzogen.

In Mecklenburg musste das aus dem Johannisfeuer stammende Notfeuer von zwei jungen Männern angezündet werden, die den Namen Johannis trugen.

In der Normandie war es Brauch, das Johannisfeuer in dem Moment zu entzünden, in dem die Sonne im Begriff war, unter den Horizont zu tauchen.

Der Feuerstoß des Johannisfeuers wird oftmals umtanzt und von jungen Menschen paarweise übersprungen, die ihre Beziehung festigen und Fruchtbarkeit erbitten wollten. Jeder, der über das Feuer springen wollte, sollte dafür etwas Holz mitbringen. Wer nicht über das Feuer kommt, der darf nicht mit zum Eierheischen. Wer sich etwas verbrennt, muss einen Pfand geben, das aus einem Kleidungsstück besteht; dabei wird von oben, mit der Mütze angefangen. Das Überspringen des Johannisfeuers sollte Gesundheit für das ganze Jahr bringen und vor Fieber, Koliken und Rückenschmerzen (vor allen Dingen von der Erntearbeit) schützen. Den Volkssagen nach, soll ein Mensch, der neun Johannisfeuer schaut, das Jahr nicht sterben, heiraten u. ä.. Bekäme man keine neun zusammen, muss der- oder diejenige viel an Kreuzweh leiden. Des weiteren soll das Hineinschauen in das Johannisfeuer die Augenstärken, besonders dann, wenn man durch einen Kranz aus Rittersporn oder Blumenkränze hindurch blicken würde.

In Belgien ist es Brauch, dass Frauen durch das Feuerspringen, wenn sie sich eine leichte Entbindung erhofften.

In Griechenland und der Türkei wird dem Johannisfeuer nachgesagt, von Sünden zu reinigen. Dem Vieh, welches durch oder um das Feuer getrieben würde, würde im weiteren Jahr keine Krankheit drohen, dies sollte auch gelten, wenn das Vieh über die erloschenen Kohlen am nächsten Tag getrieben würde.

In manchen Gegenden Irlands wird der gesamte Viehbestand durch ein künstliches Ross dargestellt, das durch das Feuer gezogen wird.

Im polnischen Oberschlesien tanzten die Hirten nach einer Geige um das Feuer und sprangen über das Feuer, damit ihre Herden nicht lahm und krank würden.

Nicht nur dem Feuer selbst, sondern auch dem Rauch des Johannisfeuers wird nachgesagt, Hexen und böse Gestalten zu vertreiben, weswegen es wichtig ist, besonders viel Rauch beim Verbrennen zu erzeugen. Der Rauch muss dann über die Felder wehen, um sie zu reinigen und zu schützen und die Wolken für das Korn unschädlich zu machen. Steigen Flammen und Rauch grade nach oben, so können die Menschen eine reiche Obsternte erwarten, da der Rauch von allen Bäumen das Böse verjagt. Brennt das Feuer mit sehr vielen Funken, so können sich die Menschen auf eine reiche Kornernte freuen.

Die an einem Johannistag gepflückten und dann in einem Pfannkuchen gebackenen Holunderblüten sollen vor Zahnweh schützen.

Das Johannisfeuer ist auch besonders wichtig für die Liebe. Der Mensch, der nicht zu einem Feuer zum Zuschauen kommt, der soll niemals heiraten. Paare, die gemeinsam über ein Feuer springen und dabei ihre Hände nicht loslassen, wird nachgesagt, dass es ihr Schicksal ist einander zu heiraten. Ein Mädchen, dass geschickt über ein Feuer springt, wurde prophezeit, bald zu heiraten und ein Mädchen, dass neun Feuer brennen sieht oder um neun Feuer tanzt noch im selben Jahre heiraten würde. Die Springenden sind häufig mit Kräuter und Blumen umgürtet, die nach dem Sprung in das Feuer geworfen werden. Darunter sind vor allen Dingen Beifuß und Eisenkraut zu nennen. Das Verbrennen des Krautes soll Unglück von den Menschen fern halten.

Es ist ebenso in manchen Gegenden Brauch, Heilkräuter kurz ins Feuer zu halten, um ihre Heilkraft zu stärken.

In Ungarn wird beim Überspringen des Feuers Obst in das Feuer geworfen, dass anschließend aus dem Feuer wieder hervorgeholt wird und als ein Mittel gegen Bauch- und Zahnschmerzen aufbewahrt und verwendet wird.

Neben das Werfen von Obst und Kräutern in das Feuer, um Gesundheit und Glück zu sichern, war es durchaus auch üblich anderen Dinge ins Feuer zu geben, die dazu gedacht waren, alles Alte, Unbrauchbare und Lebensfeindliche zu verbrennen. So ist es in vielen Gegenden Deutschlands und anderen Ländern üblich, eine Strohpuppe, oder „Hexe“ im Feuer zu verbrennen. Es kommt aber auch vor, das Tierknochen oder auch lebende Wesen verbrannt werden/wurden, um das Böse fern zu halten

In Irland heißt es, dass derjenige das Glück des Jahres lacht, dem es gelingt, ein brennendes Scheit des Johannisfeuers nach Hause zu tragen. Mit solch einem Scheit wird in Oberbayern z.Z. heute noch das vorher gelöschte Herdfeuer/Kamin oder Kerze neu entzündet.

Der Kohle des Johannisfeuers wird ebenfalls magische Kraft zugeschrieben, dass diese noch lange bewahrt. Wer von der Kohle etwas mit nach Hause trägt, der soll sein Haus vor Blitzschlag, Feuer und Krankheit schützen. Dazu wird die Kohle neben dem Haus, unter der Türschwelle vergraben oder aber (noch glimmend) unter das Dach gesteckt. Die Asche, mit Wasser gemischt und getrunken, soll von Schwindsucht heilen und ein Strauße Blumen oder Kräuter, der durch das Feuer geschwungen wurde, soll das Vieh, wenn er an der Stalltür aufgehängt wird, vor Krankheit und bösen Mächten schützen.

Ebenfalls sehr beliebt ist der Brauch, Kohle und Asche vom Johannisfeuer in die Felder und Gärten zu legen, um sie vor den Befall von Schädlingen zu schützen.

Viel hat sich, wenn man sich auf der Welt umschaut, an den Gebräuchen der Feste umsieht nicht verändert. Durch die Christianisierung wurde das Johannis-Fest natürlich auch mit verbreitet, ebenso wie die unterschiedlichen Bräuche durch Kolonisten in die „Neue Welt“ gebracht wurden.

In Portugal wird die Sommersonnenwende „Santos Populares“ genannt und geprägt von vielen unterschiedlichen Feiertagen zu Ehren der verschiedensten Heiligen, mit gutem Essen und Trinken. Ein traditionelles Feuer fehlt auch hier nicht. In manchen Orten ist auch der Feuersprung üblich. Traditionell finden zum Mittsommer in Lissabon Massen-Verheiratungen statt (zwischen 200 und 300 Menschen).

In Dänemark wird die Sommersonnenwende „Sankt Hans aften“ genannt. Es ist ein offizieller Feiertag seit 1770 und beginnt, in Einklang mit der dänischen Tradition die Feiertage am Abend vor dem Feiertag, am Abend des 23. Juni. Es ist der Tag, an dem die alten weisen Männer und Frauen die Kräuter sammeln, die sie für das Jahr zum Behandeln ihrer Patienten benötigen. Traditionell wird dieses Fest mit Feuern an den Stränden, Reden, Picknicks und Liedern begangen. Wo der Strand zu weit entfernt ist, da werden auch die Feuer an anderen Plätzen entzündet.

In den 1920ger Jahren tauchte die Tradition auf, eine Hexe aus Stroh und Kleidung auf das Feuer zu setzen, als Erinnerung an die Hexenverbrennungen der Jahre 1540-1693, allerdings wurde die letzte Hexe 1897 verurteilt und hingerichtet.

Mit dem Feuer wird die Hexe zum Blocksberg (dem Brocken im Harz) geschickt, an dem, nach dortigem Glauben, heute die Hexen eine Versammlung abhalten.

In Estland wird die Sommersonnenwende mit einem Fest gefeiert, dass „Jaanipäev“ genannt wird. „Jaanipäev“ wurde lange vor der Christianisierung in Estland gefeiert, auch wenn der Tag seinen Namen erst durch die Kreuzfahrer erhielt. Auch beendete die Ankunft des Christentums in Estland nicht die heidnischen Bräuche und Gepflogenheiten zur Sommersonnenwende. Noch 1578 schrieb Balthasar Russow in seinem Buch „Livonian Chronicles“, dass die Estländer viel mehr Wert darauf legten, das Fest zu feiern, anstatt in die Kirche zu gehen. Er beschwerte sich darüber, dass die Leute zur Kirche gingen, aber immer noch gewillt waren, die Feuer zu entzünden, zu essen und zu trinken und an den heidnischen Gebräuchen und Ritualen festhielten. Das bekannteste Jaanik (oder Mittsommer)ritual ist das des Feuerentzündens und des Darüberspringens. Dies soll Wohlstand und Glück sichern, die Häuser vor Feuer schützen und böse Geister vertreiben, die eine erfolgreiche Ernte verhindern könnten, denn je höher das Feuer ist, desto weiter bleiben die bösen Geister fern. Die Estländer feiern am 23. Juni „Jaaniohtu“ (die „Nacht des Johannis“).

Die Feiern die das Jaaniohtu begleiten, sind die längsten und wichtigsten des Jahres, und ihre Traditionen spiegeln die des Nachbarlandes Finnland wieder. In Finnland wurde die Sommersonnenwende vor 1316 „Ukon juhla“ genannt, nach dem finnischen Gott Ukko, dem Himmels- und Gewittergottes, sowie des Gott des Getreides. Das Größte unter den dort entzündeten Feuern wurde „Ukko-kokko“ („Feuer des Ukko“) genannt. Heute ist der Mittsommer-Feiertag als „Juhannus“ (oder Midsommar, für die schwedisch-sprechende Minderheit) bekannt und bekannt wegen seiner Festlichkeit und guten Getränke. Viele der Finnen brennen die Feuer (kokko) an einem See und essen geräucherten Fisch, den sie aus demselben See gefischt haben. In den küstennahen Gebieten, wo die Finnland-Schweden vorherrschen, wurden die Mittsommer-Bräuche von den Mai-Bräuchen und in Essig eingelegten Heringen abgelöst, die von Schweden mit übernommen wurden. Als Finnland christianisiert wurde, wurde der Feiertag nach St. Johannes dem Täufer umbenannt, um den heidnischen Feiertag eine christliche Bedeutung zu geben. Die Traditionen blieben jedoch recht unverändert und überlebten bis in das moderne Finnland von heute, auch wenn sie ihre ursprünglich Bedeutung, wie viele Feste, verloren haben. Auch in der heute noch verbreiteten Volksmagie hat die magische Kraft der Johannisnacht ihre Bedeutung beibehalten, als eine Nacht, in der die jungen Frauen, die auf der Suche nach einem Bräutigam sind, ihren Mann fürs Leben finden können.

Wie in Dänemark wird „Sankt Hans aften“ in Norwegen am 23. Juni gefeiert. Dieser Tag wird auch Jonsok genannt, was soviel wie „Johannes Spur“ bedeutet und eine Anspielung auf die wichtigen Pilgerwege zu Kirchen und heiligen Quellen war. Zum Beispiel gab es um 1840 in Røldal (im Südwesten Norwegens) eine Kirche, der nachgesagt wurde, dass dessen Kruzifix heilende Kräfte hätte. Heute wird Sankt Hans aften jedoch ausschließlich als ein weltliches Fest gesehen. In manchen Gegenden Norwegens ist es Tradition, Schein- oder „Spaß“-Hochzeiten zwischen Erwachsenen und Kindern zu arrangieren. Diese Hochzeit soll das Blühen und Gedeihen der Lebensdauer symbolisieren. Diese Art der „Pseudohochzeiten“ sind das erste mal im 18. Jahrhundert belegt, allerdings wird vermutet, dass diese Tradition älter ist.

Im modernen Schweden wird der Mittsommer-Abend und der Mittsommer-Tag (Midsommarafton und Midsommardagen) am Abend eines Freitages zwischen dem 19. Und 25. Juni gefeiert. Es ist einer der wichtigsten schwedischen Feiertage, mit typisch schwedischen Traditionen, die sich trotz der Beeinflussung durch andere Länder erhalten haben. Die Hauptfeiern finden an einem Freitag mit dem Aufstellen und dem Umtanzen eines Maibaumes statt, der, bevor er aufgestellt wird, mit Blumen und grünen Zweigen geschmückt wird. Die Leute tanzen, singen und hören traditionelle Musik und viele tragen auch traditionelle Kleidung. Auf der Speisekarte stehen die ersten Kartoffeln, gesalzener Hering, Sour Cream und möglicher Weise auch die ersten Erdbeeren der Saison. Trinklieder sind ebenso wichtig für dieses Fest, da sehr viel getrunken wird.

Da Mittsommer einer der Tage des Jahres ist, an denen die Magie für die Leute spürbar zu sein scheint, wird diese Nacht auch als sehr günstig angesehen für Rituale die einen Einblick in die Zukunft gewähren. Traditionell pflücken junge Menschen einen Strauß aus sieben oder neun verschiedenen Blumen und legen diesen unter ihr Kopfkissen in der Hoffnung, von ihrem zukünftigen Gatten zu träumen. In der Vergangenheit wurde geglaubt, dass Kräuter, die an Mittsommer gepflückt wurden besonders heilkräftig waren und das Wasser, in dieser Nacht geschöpft gute Gesundheit bringen konnte. Grünes, das gepflückt und über die Eingänge von Häuser und Ställen gelegt wurde, sollte Unglück und Krankheit abwehren und für ein langes Leben sorgen. Mit Grün zu dekorieren wurde „att maja“ (zum Mai) genannt und ist vermutlich der Ursprung des Wortes majstång. Maja hat seinen Ursprung im Monat Mai, andere Forscher vermuten jedoch, dass dieses Wort von deutschen Kaufleuten stammt, die den Maibaum im Juni aufstellten, weil das schwedische Klima es unmöglich machte, im Mai die für das Schmücken des Maibaumes nötigen Blumen und grünen Zweige zu finden, so dass dieser Baum einfach weiterhin „Maibaum“ genannt wurde. Heute wird der Baum midsommarstång genannt. Während die einen sagen, dass die Tradition des Maibaum-Aufstellens erst im Mittelalter nach Schweden kam, gibt es auch diejenigen, die sagen, dass diese Tradition Überbleibsel vor-christlicher Zeiten seien und ein Phallus-Symbol darstellte, der die Erde befruchte, allerdings gibt es dafür keine festen wissenschaftlichen Beiweise, so dass diese Interpretation auf wackeligen Füßen steht und eher als eine moderne Interpretation des Mai-Baumes gesehen werden kann. Der früheste Nachweis des Maibaumes stammt aus dem Mittelalter.

In Großbritannien wird der St. John/St. Johannis (23.Juni) und St. Peter (28. Juni) seit dem 13. Jahrhundert mit dem Entzünden von Feuern, mit Feiern und Heiraten gefeiert. Darüber hinaus sind (Neo)Druidische Feiern zur Sommersonnenwende in Stonehenge mittlerweile ein sehr beliebter Touristenangelpunkt geworden. Die Ausrichtung der Steine in Stonehenge macht es möglich, dass heute vielfach die (nicht unumstrittene) Meinung herrscht, dass es sich bei Stonehenge um ein Observatorium zur Bestimmung der Jahreszeiten und der Festzeiten handeln könnte. Traditionelle Mittsommer-Feuer werden auf vielen Hügeln rund um Cornwall entzündet.

Neuheidentum und die Sommersonnenwende
Die Sommersonnenwende nimmt in vielen (Neo)Paganen-Richtungen einen entscheidenden Platz im Jahreskreis ein. Inwieweit die Feier dieser Feste jedoch „authentisch“ ist, vor allen Dingen in ihren Ausführungen bleibt, wissenschaftlich gesehen, sehr zu bezweifeln.

Im Asatru nimmt die Sommersonnenwende neben der Wintersonnenwende einen der wichtigsten Plätze im Jahreskreis ein. Sie stellt die Übergangszeit dar, ebenso wie die Dämmerung, die die Nacht vom Tag trennt. Sie ist eine Schwelle, nach deren Überschreitung die Tage wieder kürzer werden und das Jahr neigt sich wieder der „dunklen Jahreshälfte“ zu. Doch bevor dies geschieht, folgt nach der Sommersonnenwende erst einmal die wärmste Zeit des Jahres und die Erntezeit. Zur Zeit der Sommersonnenwende ist das Wachstum auf seinem Höhepunkt angelangt, es herrscht Fülle und Reife.

Für einige Asatru ist Midsommar ein Fest zu Ehren Sunnas oder Sols, der Personifikation der Sonne. Aber auch zu Ehren eines göttlichen Paares, wie z. B. Odin/Frigg, Balder/Nanna oder Freya/Freyr. Sie verkörpern die Fruchtbarkeit dieser Jahreszeit.

Einige halten jedoch wenig von einer Verknüpfung der Sommersonnenwende mit dem Tode Balders, der von seinem blinden Bruder Höd mit einem Mistelzweig getötet wird. Es gibt sicherlich viele Asatru, die daran glauben, dass Balder in der Blüte seines Lebens sterben muss, so wie die Sonne an ihrem höchsten Stand „sterben“ muss, da es auf den Winter zugeht und dann die Sonne an Jul wiedergeboren wird. Allerdings ist dies aus den Historischen Quellen nicht herzuleiten, so dass die Vermutung nahe liegt, dass sich dies um eine „moderne“ Ausdeutung handeln könnte.

Das Feste wird unter freiem Himmel gefeiert und wie bei allen Sonnenfesten spielt auch hier das Feuer eine sehr große Rolle. Aus welcher Zeit die Bräuche stammen, brennende Reifen, Symbole für das Sonnenrad, Berghänge und Hügel hinab zu rollen, ist unbekannt und umstritten. Es könnte sich auch um eine Neuschöpfung der Romantik handeln.

Eine Pflanze, die besonders mit der Sommersonnenwende in Verbindung gebracht wird, ist das Johanniskraut, dem man nachsagt, an diesem Tag seine größte Kraft zu haben.

Man kann zu dieser Zeit Reinigungs-, Fruchtbarkeits- und Schutzzauber am besten durchführen und dabei die Hilfe des Feuers in Anspruch nehmen.

Womit die heutigen Àsatru natürlich immer noch stark zu kämpfen haben, ist die Überschwemmung ihrer Veranstaltungen durch Neonazis, die diese Veranstaltung nutzen, um ihr „Arisch-Sein“ und ihr germanisch-deutsches Wesen zum Ausdruck bringen. Die wenigsten dieser dort auftauchenden Neonazis haben jedoch von der Bedeutung dieses Festes Ahnung, sondern verbinde es mit „kameradschaftlichem Feiern“, Saufen und Gröhlerei.

Innerhalb des (Neo) Druidentums gibt es für die Sommersonne unterschiedliche Bezeichnungen:

Walisisch: Alban Heruin/Alban Hefin (Licht über der Küste/Licht des Sommers)
Irisch/Gälisch: Meán Samhraidh (Mitte des Sommers)

Auch bei den (Neo)Druiden kündet die Sommersonnenwende von Kraft, Reichtum, Fruchtbarkeit und Fülle. Sie markiert den Höhepunkt der Fruchtbarkeit der Natur und kündet von der Macht und Kraft der Sonne. Und somit ist Alban Heruin ein Fest des Dankes für den Überfluss.

Zu dieser Zeit versammeln sich Neodruiden und andere Paganisten an den Externsteinen bzw. in Stonehenge.

Für viele (Neo)Duiden oder auch Celtoi hat die Sommersonnenwende auch den Aspekt der Balance und Ausgewogenheit.

Sie bildet zum einen die Mitte zwischen der Zeit des zunehmenden Lichtes und des abnehmenden Lichtes, zum anderen aber auch (im übertragenen Sinn) zwischen den Kräften des Wachstums und des Abnehmens. Außerdem wird die Kraft der Sonne (maskulin) ebenso gefeiert wie die Fruchtbarkeit der Erde (weiblich).

Einige der Götter, die mit der Sommersonnenwende in Verbindung gebracht werden sind Bel (enos) und Danu, Ogmios, Math und Arianrhod.

Die Kräuter, die damit verbunden werden, sind das Eisenkraut, dass die Strahlen der Sonne auf ihren höchsten Stand repräsentiert, die Eiche und natürlich auch das Johanniskraut.

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