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Die Mähr von der „uralten“ Religion Wicca

 

Ein noch immer gern grade im Internet verbreitete Mähr ist die Geschichte, dass „Wicca“ eine uralte, bis in die Urzeit der Menschen reichende Religion sei.
Alleine schon aus der Tatsache meines UFG-Studiums eine Behauptung, die mir die Tränen in die Augen treibt und sich mir die Haare zu Berge stellen lässt *grusel*

Wie sich nachvollziehen lässt, so ist Wicca eine Religion, die von Gerald B. Gardner in den 1950ger Jahren begründet wurden.
Natürlich hat er den „Mythos“ darum gewoben, dass er selbst in eine uralte Familientradition initiiert wurde…
Aber nachvollziehen lässt sich das nicht mehr und wird sogar in traditionellen Wicca-Kreisen ziemlich skeptisch gesehen.

Gardner entwickelte die Religion Wicca aus unterschiedlichen magischen Systemen, so dem
O. T. O. und dem Golden Dawn.
Was an diesen wiederum „steinzeitlich“ oder „urzeitlich“ sein soll…
Das entzieht sich völlig meinem Verständnis.

Venus von Lespugue
Replik im Neanderthal-Museum
©Siat

Manche meinen dann mit der Argumentation des wissenschaftlich „bewiesenen“ Kultes einer „Großen Mutter“ weiter zu kommen und führen dann mit wahrer Begeisterung die Venus von Willendorf (Abb. 1) oder die Frauenfigut von Lespuge (Abb. 2) an, wobei ganz gern von den Verfechterinnen des „uralten Mutterkultes“ vergessen wird, dass die Bedeutung dieser Figurinen alles andere als wissenschaftlich geklärt ist.
Schlussendlich lassen sich diese Theorien nicht vollständig klären.
Da müsste es schon wirklich schriftlich fixierte Hinweise darauf geben, dass diese Frauenfiguren auch wirklich Göttinnen symbolisieren oder nicht.
So bleiben es nichts anderes als Theorien auf Grund von Fundumständen und daraus gezogenen Schlüssen.

Es könnte auch durchaus sein, dass diese Figurinen (um mal etwas ketzerisch zu wirken 😉 ) steinzeitliche „Pin-up-Girls“ gewesen sind, die sich die steinzeitlichen Jäger auf ihrer Jagd mitnahmen, wenn sie ohne Frauen zur Nahrungsbeschaffung unterwegs waren.
Wer weiss es wirklich?Aber es klingt natürlich die Annahme schöner, dass es sich dabei um Göttinnen-Figurinen handelt, die einen Hinweis auf religiöse und schönheitsidealistische Vorstellungen liefern.Der Haken an der Sache:
Wicca ist ein System, das in gewisser Weise auf einer „ritualmagischen“ Praxis beruht.
Das ein Gerüst besitzt, nachdem die Rituale durchgeführt werden und in der Regel auch Werkzeuge zur magischen Arbeit besitzt.
Und ganau an dieser Stelle ist der Argumentation, dass Wicca eine uralte Tradition besitzt und ihre Wurzeln in der Steinzeit haben, auch hier der Grund entzogen.

Natürlich lässt sich schön (grade uns besonders) über den Ursprung der (neu) heidnischen Religionen philosophieren.
Und es ist ja immerwieder beobachtbar, wie die jenigen aus dem Boden sprießen, die behaupten im Besitz von urururururltem Familienwissen und einst geheimen Traditionen zu sein.

Es ist ja auch bequem, sich dabei auf die Ur- und Frühgeschichte, Antike oder dergleichen zu berufen, schließlich kann kaum einer dies wirklich nachvollziehen, es sei denn, es macht sich jemand die Mühe, wirklich nachzuforschen und zu gucken, was denn hinter dem Gesagten steckt.

Nein, Wicca ist wahrhaftig keine „uralte Religion“, aber die Mähr hält sich in diversen Kreisen hartnäckig und wird oftmals natürlich auch gepflegt.
Warum?
Ich vermute mal, um dem eigenen Glauben einen gewissen Grund oder „Festigkeit“ zu geben.
Denn wie würde das für manche aussehen, wenn sie zugeben würden, sie würden einer „zusammengebastelten“ Religion folgen? 😉

Siat

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