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Die Geschichte von einem liebenden Vater

Oder: Was würde wohl der Jugendschutz dazu sagen?

Vor nicht allzu langer Zeit las ich die Geschichte eines Vaters, der sehr viele Kinder hatte.
Die Menschen, die ihn flüchtig kannten beschrieben und beschreiben ihn als sehr liebevoll, gütig und sanftmütig, als einen Vater, der wirklich alles für seine Kinder, die er vom ganzen Herzen lieben würde, tut.
Allerdings, so berichteten diese Menschen auch, würden ihm etlichen seiner vielen Kinder großen Kummer bereiten.
Undankbar seien sie, weil sie seine große Liebe und Güte nicht erkennen würden.
Sie hatten sich einfach von ihrem liebevollen und gütigen Vater abgewandt, vielleicht, so munkelten die Menschen, die den Vater nur flüchtig kannten, weil sie ihm nicht gehorsam sein wollten.
Aber schließlich war es ja auch das gute Recht des Vaters, der sich so fürsorglich um seine Kinder sorgte, zumindest Gehorsam für seine Güte und Freundlichkeit zu erwarten und zu fordern.Die Menschen, die ihn nur sehr flüchtig durch kurze Gespräche oder aber auch nur durch Hörensagen kannten, sahen in ihm ein Ideal der Fürsorge und Vaterliebe dem es sich nachzueifern lohnte.
Das dieser auch andere Seiten hatte das vermochten sie nicht zu sehen, geschweige denn anzunehmen.
Ein Flecken auf dieser glänzenden und reinen Person?-Nein! Völlig undenkbar.

Doch dieser liebevolle, gütige und sanftmütige Vater besaß auch ein anderes Gesicht.
Hinter seinen Masken der Liebe, Güte und des Sanftmutes verbarg sich ein grausamer, herrschüchtiger Despot, in dessen Zentrum der Erhalt seiner Macht und seines Anspruches über sein Regime über die Familie und in erster Linie über die Kinder stand.
Sein Wort war Gesetz.
Seine Gesetze sein unanfechtbares, ewig geltendes Wort.
Wer dagegen aufbegehrte, sich seinen Worten und Gesetzen widersetze und gegen sie verstieß, musste mit schweren Strafen rechnen.
Selbst vor der höchsten Strafe, dem Nehmen des Lebens, schreckte der als liebvoll, gütig und sanftmütig beschriebene Vater bei seinen Kindern nicht zurück.
Dies mussten bereits einige seiner Kinder selbst erfahren.
Einige wurden bei einem seiner Wutanfälle erschlagen, andere ertränkte er brutal und erbarmungslos.
Für jedes einzelne Vergehen gegen eines seiner Weisungen forderte er eine Widergutmachung.
Selbst von seinen jüngsten Kindern.
Er zwang sie zu Fronarbeiten, demütigte und erniedrigte sie bis aufs Blut.

Doch eines Tages, so erzählte diese Geschichte weiter, wurde diesem grausamen Vater von einer seiner jüngeren und noch minderjährigen Töchter ein Sohn geboren.
Damit dies nicht auffiel und niemand verdacht schöpfte, hatte der Vater sie mit einem seiner älteren Söhne verheiratet.
Mit diesem Knaben hatte er sich etwas ganz besonderes ausgedacht.

Dieser Vater hatte seinen älteren Kindern bereits öfter mitteilen lassen, dass er, wenn ihm ein weiterer Sohn geboren werden würde, diesen dazu ausersehen hatte, dass er für all sie Vergehen seiner älteren und ihm noch folgenden Geschwister stellvertretend büßen sollte.
Sein Herz, so der Vater zu seinen Kindern, würde schon jetzt bei diesem Gedanken zerbrechen.
Doch ihre Boshaftigkeit, ihre Undankbarkeit und Sturheit würden ihn irgendwann zu diesem grausamen Schritt zwingen, weil keines seiner Kinder bisher seine Liebe, Güte und Sanftmut erkannte.
Dann, so prophezeite er seinen Kindern, würde er nur noch die Kinder annehmen, lieben und auch als seine Kinder vorstellen, die nach dieser Verzweiflungstat endlich seine Liebe und Güte erkennen konnten und die ihn reue- und demütig um seine Vergebung im Zeichen dieser Verzweiflungstat baten.
Wenn sie ihre seine Weisungsübertretungen erkannten und auch erkennen konnten, dass sie so schwer waren, dass sie damit ihren liebvollen, gütigen und sanftmütigen Vater dazu getrieben hatten, für sie eines ihrer Geschwister zu töten.

Nach aussen hin, ja, da trug der Vater die Maske des liebevollen, gütigen und sanftmütigen Vaters, den alle sehen sollten.
Ein Vater, der seine Kinder so aus tiefsten Herzen liebte, dass er wirklich alles nur erdenkliche für seine Kinder, die ihn zu einer fürchterlichen Tat gezwungen hatten, tat.
Aber schließlich ließ er sich durch diese Tat mit denen versöhnen, die ihre Schuld erkannten.

Diese Geschichte, über den liebendvollen, gütigen und sanftmütigen Vater, fand ich in dem Buch der Bücher.

Und wie würde die Jugendschützer auf solch einen Menschen reagieren?

Siat

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